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Strikte Klimaauflagen für Neubauten ab 2020
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Thema: Strikte Klimaauflagen für Neubauten ab 2020 (Gelesen 3608 mal)
H.-P. Ambros
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Strikte Klimaauflagen für Neubauten ab 2020
«
am:
06. Dezember 2009, 13:59:59 »
Neubauten müssen in der EU von Ende 2020 an strikte Energiesparziele erfüllen. Darauf haben sich Vertreter von Europaparlament und EU-Staaten in der Nacht zum Mittwoch in Brüssel nach langem Streit geeinigt. Private Neubauten dürfen damit künftig so gut wie keine Treibhausgase mehr emittieren. Für öffentlich genutzte Gebäude gilt das sogar schon zwei Jahre früher. Die Energie, die sie trotzdem noch benötigen, muss zu einem bedeutsamen Anteil aus erneuerbaren Quellen stammen. Weiterhin müssen die EU-Staaten die Umwandlung bestehender Gebäude in Nullenergiehäuser vorantreiben. Nach Angaben der EU-Kommission werden die Verbraucher durch die neuen Auflagen jährlich durchschnittlich 300 Euro sparen, weil ihre Nebenkosten sinken. Außerdem wirke die Neuregelung wie ein Investitionsprogramm für die Baubranche.
Der Gebäudesektor verbraucht in der Europäischen Union (EU) rund 40 Prozent der Endenergie und verursacht mehr als ein Drittel der EU-Kohlendioxidemissionen. Das Parlament wollte ursprünglich schon von Ende 2018 an nur noch Nullenergiehäuser in der EU erlauben - wie das in Großbritannien schon vorgesehen ist. Die meisten anderen EU-Staaten hatten sich aber gegen derart strikte Vorgaben gesperrt. Auch die deutschen Spitzenverbände der Wohnungswirtschaft nannten den Vorstoß einen Todesstoß für den Wohnungsbau.
Umweltverbände kritisierten, die EU werde ihre Klimaziele verfehlen, wenn der Energieverbrauch der Gebäude nicht vor 2020 deutlich reduziert werde. Die in diesem Dossier federführende EU-Abgeordnete Silvia-Adriana Ticau von der sozialistischen Fraktion und die EU-Kommission bezeichneten die Einigung als wichtiges Signal für den in drei Wochen beginnenden Weltklimagipfel in Kopenhagen. Dort wollen die Staaten der Welt sich auf ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll einigen.
Ausgenommen von den neuen EU-Regeln sind Häuser mit einer Fläche von unter 50 Quadratmetern, weniger als vier Monate im Jahr bewohnte Ferienhäuser und religiös genutzte Gebäude. Denkmalgeschützte Häuser müssen die Vorgaben nur erfüllen, wenn das ihr Erscheinungsbild nicht unangemessen stark beeinträchtigt. EU-Parlament und Mitgliedsstaaten müssen den Kompromiss noch annehmen. Das gilt als Formsache und dürfte bis Anfang Januar geschehen. Anschließend haben die EU-Staaten zwei Jahre Zeit, um die Vorgaben umzusetzen.
Quelle: F.A.Z.
H.-P. Ambros
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Re: Strikte Klimaauflagen für Neubauten ab 2020
«
Antworten #1 am:
06. Dezember 2009, 14:04:02 »
Europas Bauherren müssen sich auf strenge Effizienzvorschriften einstellen. Ab 2021 müssen alle Neubauten vollgedämmt errichtet werden. Auf ein entsprechendes Gesetz einigten sich die EU-Gremien. Gebäude gehören neben dem Verkehr zu den Hauptemittenten klimaschädlicher Treibhausgase.
Privathäuser, Restaurants oder Büros sollen künftig so gebaut werden, dass sie ebenso viel Energie erzeugen wie sie verbrauchen. Mit der Europäischen Union erlassen erstmals Industrieländer ambitionionierte Vorschriften für Gebäude. Der Grünen-Abgeordnete Claude Turmes nannte die Einigung einen "Durchbruch". Nirgendwo auf der Welt gebe es solche Gebäudestandards, sagte er nach den Verhandlungen. Die Unterhändler des EU-Parlaments, der EU-Kommission und des Ministerrats in Brüssel hatten viele Monate um die Auflagen gerungen.
Nach der nun erfolgten Einigung, der das Parlament und der Ministerrat formal noch zustimmen müssen, sollen Neubauten künftig mit energiesparenden Modulen wie Wärmedämmung, Solaranlagen oder Sparlampen so ausgestattet werden, so dass ihr Energieverbrauch nur ein Zehntel des bisherigen beträgt. Die Vorschriften gelten für Privathäuser ab dem 31. Dezember 2020. Neue öffentliche Gebäude müssen die Vorschriften bereits ab Ende 2018 erfüllen.
"Deutliche Botschaft"
Ursprünglich hatte die EU-Kommission die neuen Regeln für alle Neubauten ab dem Jahr 2018 geplant. Die neuen Vorschriften gelten nicht für bereits bestehende Gebäude. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sagte, der Beschluss sende eine "deutliche Botschaft an die bevorstehenden Klimaverhandlungen in Kopenhagen". In zwei Wochen treffen sich 192 Staaten in der dänischen Hauptstadt, um ein neues ambitioniertes Klimaschutzabkommen auszuhandeln. Die Europäische Union zählt zu den wenigen Teilnehmern, die bereits verbindliche Klimaziele beschlossen haben. Der Gebäudesektor ist der größte Energieverbraucher in der Union. Gebäude verbrauchen 40 Prozent des gesamten Bedarfs. Auf sie entfallen 36 Prozent der klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen.
Die europäischen Energieminister sollen dem Kompromiss bei einem Treffen Anfang Dezember zustimmen. Das neue Gesetz werde den Verbrauchern helfen, energieeffiziente Gebäude zu kaufen oder zu mieten, sagte Energiekommissar Piebalgs. Aufgrund der klimatischen Unterschiede in den EU-Staaten wird die Ausgestaltung der Richtlinie den Mitgliedstaaten überlassen.
Zudem einigten sich die Unterhändler auf neue Effizienzvorschriften für Elektrogeräte. Künftig müssen Verbraucher, die eine Waschmaschine oder einen Kühlschrank kaufen, besonders auf ein kleines Symbol achten: auf die Plus-Zeichen. Energierelevante Produkte sollen wie bisher mit einer Energie-Effizienz-Skala von A bis G und grün bis rot gekennzeichnet werden. Der Energieverbrauch von Haushaltsgeräten muss in der EU seit den neunziger Jahren jedem Verbraucher ersichtlich sein.
Eine Regel für alle Elektrogeräte
Seit Einführung des Systems hat sich der Gerätestandard so verbessert, dass mittlerweile fast alle Geräte der Kategorie A angehören und es bereits die Zusatzklassen A+ und A++ als Notbehelf gab. Die neuen Labels sollen differenzieren und mehr Klarheit schaffen. Zusätzlich zu den bekannten Aufklebern soll es auch die Labels A+ bis F, A++ bis E und A+++ bis D geben.
Bisher betraf die Regelung ausschließlich Haushaltsgeräte. Künftig soll sie auch für andere Elektroprodukte gelten, die Energie verbrauchen. Auch Produkte die nur einen Einfluss auf den Energieverbrauch haben, etwa Fensterglas oder Dämmmaterial, sollen gekennzeichnet werden. Genau das macht die Etikettierung jedoch unübersichtlich. Da die neuen Produkte erstmals ein Label erhalten, sollen sie die Bezeichnung A bis G erhalten. Künftig werden also verschiedene Skalen nebeneinander existieren.
Künftig soll zudem Werbung für Elektroprodukte, die auf den Energieverbrauch oder Preis Bezug nimmt, die Energie-Effizienz-Klasse enthalten. Energiekommissar Piebalgs begrüßte den Kompromiss. Der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange sagte, die Einigung sei "gut für den Verbraucher, gut für die Umwelt". Sein CDU-Kollege Herbert Reul sprach von einer Regelung "mit Vernunft und Augenmaß".Verbraucherschützer sind anderer Meinung. Sie kritisieren, dass es für die Kunden nicht ersichtlich ist, ob das begehrte Gerät zu den besten oder schlechtesten seiner Gruppe gehört.
SZ vom 19.11.2009/tob
H.-P. Ambros
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Re: Strikte Klimaauflagen für Neubauten ab 2020
«
Antworten #2 am:
07. Dezember 2009, 21:26:21 »
Hier die Pressemitteilung vom 18-11-2009
All buildings built after 31 December 2020 must have high energy-saving standards and be powered to a large extent by renewable energy. Public authorities will lead the way two years earlier and part of the funding for these changes will come from the EU. These are among the key points of a deal reached on Tuesday evening between Parliament and Council negotiators.
By the end of 2020 EU Member States must ensure that all newly-constructed buildings have a "very high energy performance", under new rules agreed in Brussels on Monday night. And their energy needs must be covered to a very significant extent from renewable sources, including energy produced on-site or nearby.
The public sector must set an example by owning or renting only this kind of building by the end of 2018 and by promoting the conversion of existing buildings into "nearly zero" standard. It is only thanks to European Parliament negotiators that specific target dates will be included in this legislation.
After the successful conclusion of informal negotiations on Tuesday between Parliament and the Council, rapporteur Silvia-Adriana Ticău (S&D, RO) said the political agreement reinforces the EU's leading role in fighting climate change: "At the Copenhagen Conference, Europe could present an effective tool to make the ambitious environmental objectives happen. We are committed to invest more and to better use the financial instruments for the energy efficiency of buildings and renewable energy."
More financial support at national and European level
The Council took on board Parliament's amendments which require Member States to draw up national plans for increasing the number of nearly zero energy buildings. They must also, by mid-2011, make a list of financial and other incentives for the transition, such as technical assistance, subsidies, loan schemes and low interest loans.
Existing buildings will have to improve their energy performance after major renovations, if this would be technically, functionally and economically feasible. Member States must therefore encourage the owners to use the renovation for installing smart meters and replacing existing heating, hot-water plumbing and air-conditioning with high-efficiency alternatives such as heat pumps or renewable based systems.
Energy performance certificates
Member States will have to ensure that energy performance certificates are issued for any buildings constructed, sold or rented out to a new tenant, and also for buildings where over 500 m2 are occupied by a public authority and frequently visited by the public. Five years after the legislation takes effect, this threshold will be lowered to 250 m2. Buildings that already have a certificate issued in accordance with the previous directive, dating from 2002, will not need to obtain a new one as long as the old one is still valid.
The certificates will have to provide recommendations for improvement and may also include additional information such as annual energy consumption and percentage of renewable energy in total energy consumption.
The certification systems for residential buildings will be the responsibility of national authorities, but the Commission should by 2011 develop a voluntary common European certification scheme for the energy performance of non-residential buildings.
Exemptions for historic buildings, holiday homes and others
However, the following are excluded from the directive's requirements: small houses (with a floor area of less than 50m2), holiday homes used for less than four months a year (or that use less than 25% of all-year energy consumption), buildings for religious activities, temporary buildings used for two years or less, industrial sites, workshops and agricultural buildings with low energy demand and protected historic buildings where an energy-efficiency measure would "unacceptably alter their character or appearance".
Next steps
The compromise text agreed on Tuesday still has to be formally approved by the Council before the full Parliament gives its final endorsement at the beginning of 2010. Once adopted and published in the EU Official Journal, Member States will have two years to bring their national laws into line with the new directive.
REF. : 20091118IPR64746 europarl.europa.eu
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