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Autor Thema: Düngung von Gemüse im Hausgarten  (Gelesen 2722 mal)
H.-P. Ambros
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Architekt AKRP
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« am: 09. April 2010, 17:27:20 »

Die ökologisch und fachlich sinnvolle Düngung richtet sich nach dem Bedarf der Pflanzen und dem, was an Nährstoffen durch den Boden zur Verfügung gestellt wird. Eine Bodenanalyse, die man alle 3 bis 5 Jahre bei einem Untersuchungslabor machen läßt, gibt Auskunft über die aktuelle Bodenbeschaffenheit und die Nährstoffgehalte. Auf Wunsch wird auch eine Düngungsempfehlung mitgeliefert. Folgende Nährstoffgehalte des Bodens sind anzustreben: 15 bis 25 mg Phosphat (P 2O 5), 15 bis 25 mg Kalium (K 2O) und 10 bis 15 mg Magnesium (Mg) jeweils pro 100 g Boden. Bei diesen Werten ist die Versorgung der Pflanzen sichergestellt, eine Erhöhung dieser Werte bringt keinen Ertragszuwachs sondern eher Qualitätseinbußen. Je nach Versorgungszustand des Bodens wird gedüngt. In fast allen Hausgärten wird heutzutage Sinnvollerweise Kompostwirtschaft durchgeführt. Gartenkompost ist nicht nur ein gutes Bodenverbesserungsmittel, sondern wegen seines hohen Nährstoffgehaltes (besonders an Phosphat und Kali, aber auch an Stickstoff, Kalzium, Magnesium und Spurenelementen) gleichzeitig als Düngemittel anzusehen, welches im gesamten Nutz- und Ziergarten eingesetzt werden kann.

Die meisten Gartenböden haben einen zu hohen Phosphat- und Kaligehalt!

Die Kompostgabe stellt die Grunddüngung dar. Mit ihr wird der Phosphatbedarf vollständig gedeckt. Die ansonsten laut Bodenuntersuchung fehlenden Nährstoffe werden mit Einzelnährstoffdüngern ergänzt. Mineralische Mehrnährstoffdünger wie Blaukorn (Nitrophoska blau spezial), die einen zu hohen Phosphatgehalt haben, sind nicht zu empfehlen. Geeignete Kalidünger sind Patentkali (30 % Kali) und Kalisulfat (50 % Kali). Geeignete Stickstoffdünger sind z. B. Kalkammonsalpeter (27 % Stickstoff) und Hornspäne (ca. 14 % Stickstoff). Um 5 g Stickstoff/m 2 zu düngen, muß man 35 g Hornspäne/m 2 verabreichen (Einfache Formel: Düngermenge = Nährstoffbedarf x 100 / %-Angabe des Nährstoffgehaltes vom gewählten Dünger).

Der Gehalt an pflanzenverfügbarem Stickstoff wird bei den Standard-Bodenuntersuchungen nicht gemessen, da er sich sehr schnell ändern kann und diese Verbindungen vom Boden kaum gespeichert, sondern sehr schnell ausgewaschen werden. Bei langjähriger Kompostanwendung kann man aber davon ausgehen, daß organisch gebundener Stickstoff nach und nach im Boden in aufnehmbare Stickstofformen umgewandelt wird und daher der Pflanze zur Verfügung steht. Aus diesem Grund muß bei langjähriger Kompostanwendung weniger Stickstoff gedüngt werden.

Organische Dünger wirken langsam, da diese komplexen Verbindungen zuerst vom Bodenleben "geknackt" werden müssen. Deshalb fördern organische Dünger gleichzeitig das Bodenleben und die Bodenfruchtbarkeit. Die Nährstoffe werden abhängig von der Bodentemperatur und -feuchte freigesetzt. Organische Dünger werden zu Beginn der Kultur, also mit der Pflanzung oder Aussaat ausgebracht. Die Verwendung organischer Dünger schließt eine Überdüngung nicht aus, auch die organische Düngung muß sich am Bedarf der Pflanzen orientieren. Mineralische Dünger wirken in der Regel schnell und werden zu Beginn der Wachstumsperiode verabreicht. Bei Mengen über 5 bis 10 g Stickstoff/m2 wird die Düngung auf mehrere Gaben verteilt. Flüssige Mineraldünger eignen sich zur schnellen Behebung eines akuten Mangels.


Tab. 1: Düngung von Gemüse nach den Ergebnissen einer Bodenuntersuchung


Tab. 2: Düngung von Gemüse bei Versorgungsstufe C

Quelle: Informationsstelle / Institut für Gartenbau
« Letzte Änderung: 09. April 2010, 17:29:38 von H.-P. Ambros »
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